Wenn Ende April das Gallery Weekend in Berlin stattfindet, locken nicht nur die großen Galerien mit neuen Ausstellungen. Wir stellen Ihnen Off-Locations vor, die Sie besuchen sollten
ShareDeutsche Telekom Hauptstadtrepräsentanz, 25. bis 28. April
Bereits zum achten Mal präsentiert die Messe parallel zum Gallery Weekend alles, was das Medium Papier zu bieten hat. Mehr als 150 Positionen aus der modernen und zeitgenössischen Kunst werden in den Räumlichkeiten in Berlin-Mitte zu entdecken sein. Da die Materialkosten für Papier relativ gering sind, bietet das Medium viel Raum für künstlerische Experimente. Gleichzeitig schaffen Papierarbeiten einen niedrigschwelligen Zugang zur Kunst und eignen sich hervorragend als Einstieg für junge Sammlerinnen und Sammler. Die bunte Collage „Knot Folly I“ von Mariella Mosler steht für 3800 Euro bei der Hamburger Galerie Drawing Room zum Verkauf.
Kunstquartier Bethanien, 25. bis 28. April
Die Studentinnen und Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden laden an diesem Wochenende in das Reich der Träume. Die Malereiklasse von Professor Christian Macketanz widmet sich in ihrer Gruppenausstellung dem Thema Schlaf und den Bildern, die entstehen, wenn wir in unser Inneres schauen. Dabei suchen die Studierenden nach Dingen, die verbinden, statt zu spalten. Die Gruppe, die für Arbeitsaufenthalte und Ausstellungen in ganz Europa unterwegs ist, möchte immer wieder Neues sehen und sich fremd fühlen. Der Titel der Schau ist eine Hommage an Walt Whitmans Gedicht „The Sleepers“. Die Vernissage findet am 25. April im 16 Uhr statt.
Überall in Berlin, 26. bis 28. April
Um auch nicht-kommerziellen und unabhängigen Kunsträumen eine Plattform zu geben, findet parallel zum Gallery Weekend das Berliner Off-Programm der freien Kunstszene mit mehr als 300 Kunstschaffenden an über 90 Orten statt. Von Charlottenburg bis Weißensee präsentiert das Sellerie Weekend in seiner zweiten Ausgabe Ausstellungen, Performances und Gespräche sowohl drinnen als auch an öffentlichen Plätzen wie dem Bahnsteig der U9 am Zoologischen Garten. Mit dabei sind die Villa Heike, der Spoiler Room, das Studio Hannibal und viele mehr.
Pop-Up Gruppenausstellung, Torstraße 66, 24. April bis 4. Mai
Die junge Galeristin Roberta Keil bringt eine neue Generation von Kunstschaffenden aus Wien nach Berlin, um den künstlerischen Austausch zwischen den beiden Metropolen zu fördern. Inspiriert von der Wiener Kunstgeschichte ab den 1960er-Jahren, interpretieren die sechs Nachwuchstalente Max Freund, Sophie Hirsch, Madita Kloss, Maximiliano Léon, Monica S. LoCascio und Samira Saidi Themen wie Körperlichkeit und Fleisch neu. Mit Skulptur, Fotografie, Malerei und Poesie werden schwarze Pionierinnen des 18. und 19. Jahrhunderts gewürdigt, persönliche Themen wie Mutterschaft verhandelt oder die eigene Identität hinterfragt.
Gruppenausstellung, Clayallee 174, 25. April bis 27. Juli
Im Jahr 2019 eröffnete Fluentum, eine Initiative des Berliner Unternehmers und Sammlers Markus Hannebauer, die sich dem Ausstellen, Produzieren und Sammeln zeitgenössischer Kunst widmet, in einer ehemaligen Militäranlage in Berlin-Dahlem. In den Dreißigerjahren wurde der Komplex von den Nationalsozialisten als Luftgaukommando III genutzt, nach dem Krieg diente es dem amerikanischen Militärgouverneur als Hauptquartier. Von hier aus wurde 1948/49 die Luftbrücke organisiert. Die Gruppenausstellung „Live Stream“ tritt nun mit diesem geschichtsträchtigen Ort in Dialog und präsentiert Videos, Skulpturen und Installationen von Patricia L. Boyd, Jason Hirata, Nina Könnemann, Micheal E. Smith und Matt Welch. Die Eröffnung findet am 24. April ab 18 Uhr statt.